Zur Geschichte

Um die Jahrhundertwende besuchten Jungen und Mädchen des Dorfes Bockum die Dorfschule Schultenstraße.

Im Jahr 1912 wurde eine neue Schule an der heutigen Dörholtstraße gebaut, deren Haupteingang gegenüber der heutigen Turnhalle lag. Dieses neue Gebäude wurde Ostern 1913 von den Knaben bezogen, während die Mädchen im Gebäude der bisherigen Dorfschule an der Schultenstraße verblieben. Erster Rektor beider Schulen war Heinrich Niggemeyer. Im Jahr 1929 wurde die Mädchenschule selbstständig. Am 1. November 1929 wurde Frau Neisemeyer zur Rektorin ernannt. Ostern 1939 wurden die katholischen Volksschulen in "Deutsche Gemeinschaftsschulen" umgewandelt.

Die Knabenschule erhielt den Namen "Hindenburgschule", die Mädchenschule den Namen "Dietrich Eckart Schule".

In beiden Schulen wurden von nun an Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtet. Am 26.11.1944 wurden die Schulen nach einem schweren Bombenangriff bis zum Ende des Krieges geschlossen. Am 28. August 1945 wurde der Unterricht wieder aufgenommen. Unsere Schule erhielt den Namen "Volksschule Von-Vincke-Schule". Zwei kath. Volksschulen lagen nun nah beieinander.

Während die kath. Kinder der Stephanus Gemeinde die Stephanusschule an der Schultenstraße besuchten, kamen die Schüler der Von-Vincke-Schule aus der Pfarrei Herz-Jesu und mussten z. T. erhebliche Schulwege zurücklegen. Am 15. Mai 1949 wurden die Abschlussklassen der Von-Vincke-Schule und der Stephanusschule zusammengelegt.

Die Mädchenabschlussklasse wurde an der Stephanusschule, die Knabenabschlussklasse an der Von-Vincke-Schule geführt. Im Februar 1969 beschloss der Düsseldorfer Landtag die Trennung der Volksschulen in Grund- und Hauptschulen.

Unsere Schule wurde am 1.8.1968 eine kath. Grundschule. Zu Beginn des Schuljahres 1971/72 wurde an unserer Schule für alle vier Bockum - Höveler Grundschulen der Schulkindergarten eingerichtet. Da die Zahl der Anmeldungen 1973 zur Einrichtung von zwei SKG-Gruppen führte, wurde im Sommer 1974 der Pavillon errichtet. Zum 1.8.1977 wurde eine Gruppe des SKG der Talschule zugewiesen. Damit entfiel die Beförderung der Kinder aus Hövel. Der SKG der Talschule wurde 1996 ausgelagert. Aufgrund steigender Schülerzahlen wurde im Schuljahr 1999/2000 der SKG der Von-Vincke-Schule an die Talschule verlegt.

Im August 2006 wurde die Von-Vincke-Schule Offene Ganztagsschule (OGS), die an allen Schultagen eine Betreuung ermöglicht. Zunächst in Klassenräumen im Erdgeschoss untergebracht, konnte die OGS im Jahr 2007 in den neuen Anbau umziehen. In diesem Gebäudeteil befindet sich auch die neue Toilettenanlage.

Nach dem Abriss des alten Toilettengebäudes wurde Platz für eine große Spiellandschaft auf dem Schulhof geschaffen. Weitere Veränderungen erfolgten 2008, als unsere Schule Mitglied der Elternschule wurde, und 2009 durch die Teilnahme an Jeki (Jedem Kind ein Instrument).

Höhepunkt in der Geschichte ist sicherlich die Komplettsanierung des alten Schulgebäudes im Schuljahr 2010/2011. Im Rahmen dieser Baumaßnahme wird auch der alte Pavillon entsorgt und die Schulhofneugestaltung wird fortgeführt. Ab dem Schuljahr 2011/2012 wird die Von-Vincke-Schule aufgrund der baulichen Veränderungen als zweizügige Grundschule geführt.

Im Jahr 2012 wurde unsere Schule 100 Jahre alt. Dieses besondere Ereignis wurde im Jubiläumsjahr mit besonderen Aktionen gefeiert und gewürdigt.

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Zum Namenspatron

Ludwig Freiherr von Vincke, nach dem unser Schule benannt ist, wurde am 23.12.1774 in Minden geboren. Er trat nach Abschluss der Studien in den preußischen Staatsdienst und wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts Präsident der Kriegs- und Domänenkammer zu Hamm. 1803 wurde er zugleich Präsident der neugeschaffenen Kriegs- und Domänenkammer in Münster und dadurch Oberpräsident der preußischen Bezirksregierung in Westfalen.
In der Zeit der Franzosenherrschaft 1806/07 legte er das Amt nieder, wurde jedoch 1815 Oberpräsident der neugebildeten Provinz Westfalen, deren gesamter Verwaltungsaufbau unter seiner Leitung erfolgte. Er sorgte dafür, dass Bodenschätze gefördert, Flüsse schiffbar gemacht und Landstraßen gebaut wurden. Er ließ Schulen bauen und Lehrer ausbilden; er errichtete Blinden- und Taubstummenanstalten, Arbeits- und Krankenhäuser und kümmerte sich um die Wohlfahrt des Volkes. Gegen jedermann war er mild und leutselig, liebenswürdig auch gegen die Ärmsten und gerecht gegen alle. Er war so beliebt, dass man ihn überall schlichtweg den "alten Vincke" nannte. 
Die Leitung der Provinz behielt er bis zu seinem Tod am 2. Dezember 1844.